Siebdruck

Alle Informationen zu Sieb- und Rastersiebdruck

Prodakt KG

Letztes Update: vor 5 Jahren

Der Siebdruck ist eine der ältesten Druckarten, die sich seit jeher immer wieder bewährt hat. Bei dieser Art des Drucks wird mithilfe einer Gummirakel und einer Schablone das Motiv durch ein feinmaschiges Sieb auf die gewünschte Oberfläche gedruckt. Die Materialien, die damit bedruckt werden können, sind dabei vielseitig, von Papier über Keramik bis hin zu Holz und Glas.

Verfahren

Je nach Methode wird das Siebdruckverfahren unterschiedlich durchgeführt. Dabei unterscheidet man zwischen Handdruck, Halbautomatischem Druck, Dreiviertelautomatischem Druck und Vollautomatischem Druck.

Nachdem Das Motiv mittels Schablone an das Sieb angebracht wird, wird das Sieb in eine Druckmaschine eingespannt. Dieser Vorgang erfolgt bei allen Methoden außer dem Vollautomatischem Druck per Hand.

Der Druckvorgang selbst wird bei allen automatischen Drucken von der Maschine erledigt. Nur beim Handdruck wird das Rakel manuell bewegt, weshalb diese Methode hauptsächlich für kleinere Auflagen verwendet wird.

Beim Dreiviertelautomatischem und Vollautomatischem Druck erfolgt auch das Ablegen der bedruckten Artikel direkt aus der Maschine. Deshalb sind diese Methoden des Siebdrucks am besten für Großauflagen geeignet, mit einer Druckkapazität von bis zu 3000 bedruckten Artikeln pro Stunde.

Der Druckbogen (die zu bedruckend Textilie) wird meist mit Vakuum auf den Tisch gesiegelt, um verrutschen oder Kleben am Sieb zu vermeiden, wenn dieses wieder entfernt wird. Danach wird das Sieb platziert, die Farbe aufgetragen und das Rakel über das Sieb gezogen, um die Farbe an den durchlässigen Stellen der Schablone zu drücken. Damit bei mehrfarbigem Druck die Motive an derselben Stelle sind, werden dabei auch noch Marker gelegt oder aufgeklebt, um eine Fixposition festzulegen.

Rastersiebdruck

Der Rastersiebdruck wird meist im Vierfarbdruck-System erledigt. Dabei werden die vier Druckfarben (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) im Rastersystem je nach gewünschter Farbe direkt beim Druck gemischt.

Man unterscheidet zwischen AM- und FM-Raster. Der AM-Rasterdruck bedient sich geometrischen Anordnungen der Punkte, während der FM-Rasterdruck zufällig gewählte, jedoch immer gleich große Punkte bietet.

Bei AM-Drucken muss man dabei immer darauf achten, dass das Gewebe und das Raster nicht ungünstig übereinanderliegen, da sonst ein Moiré im Druck entstehen kann, also eine ungünstige Überlagerung von Gewebe und Druck, die ein nicht eingeplantes Muster hervorbringt.

Ebenso gibt es bei der AM-Druckmethode verschiedene Punktformen, aus denen man wählen kann. Beim Siebdruck bietet sich hier am Ehesten die elliptische Form an, da bei quadratischen oder runden Punkten verschiedene Komplikationen beim Druck aufkommen können.

Druckfarben

Die zwei Hauptklassifikationen der Siebdruckfarben sind Lösemittelfarben, welche physikalisch trocknen, und chemisch-reaktiv trocknende Farben. Lösemittelfarben trocknen ähnlich wie wasserlösliche Farben von selbst, indem das Mittel verdunstet und nur die Farbschicht auf der bedruckten Oberfläche lässt.

Chemisch-reaktive Farben härten sich durch Beigabe eines Katalysators aus. Diese Druckart wird eher für harte Oberflächen wie Aluminium, Glas und synthetische Textilien verwendet. Weiters bieten sich Kunstharzfarben oder UV-Farben an, wobei zweitere durch die Bestrahlung mit UV-Licht aushärten.

Neben den Standard-Druckmethoden bieten sich natürlich auch Wunschfarben nach Pantone an, um einen individuellen, handgewählten Druck zu erreichen. Auch Spezialfarben wie Glitzerfarben, Leuchtfarben, Perlglanzfarben oder Duftfarben sind beim Siebdruck eine Möglichkeit.

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